Antennendraht

Ich habe schon alle möglichen Antennen ausprobiert und bin bei den Drahtantennen hängen geblieben weil sie

  • sowohl für den stationären als auch für den portablen Betrieb geeignet sind,
  • billig, robust und einfach nachzubauen sind,
  • zusammengerollt klein und leicht sind
  • und - wenn alles richtig gemacht wurde - zuverlässig funktionieren.

Meine Drahtantennen bestehen immer aus Feldkabel welches früher vom Militär benutzt wurde. Es ist sehr robust, billig und noch immer einfach zu beschaffen z.B bei einer bekannten Auktionsplattform.

Feldkabel besteht aus zwei miteinander verdrillten Drähten und diese wiederum aus einer Litze mit drei Adern aus Stahl für die Zugfestigkeit sowie vier Adern aus verzinnter Kupferlitze.

abisoliertes Feldkabel

Die erste Aufgabe besteht darin die für die jeweilige Antenne passende Drahtlänge abzuschneiden. Dabei immer etwas zugeben um das Drahtende später umschlagen zu können. Das ist nachher wichtig für den Anbau der Isolatoren sowie für die Abstimmung der Antenne.

Die zweite Aufgabe besteht darin die beiden miteinander verdrillten Drähte voneinander zu trennen. Dazu braucht man einen Akkuschrauber sowie zwei Karabinerhaken mit drehbarer Öse, siehe Bild. Ohne diese Karabinerhaken funktioniert das Ganze nicht weil die beiden Einzeldrähte beim Aufdröseln verdreht werden und sich erst wieder entspannen müssen um dann aufgerollt werden zu können. 

Karabinerhaken mit drehbarer Öse

Die Enden der zwei verdrillten Drähte werden soweit wie möglich auseinandergezogen, jeweils ein Karabinerhaken daran festgeknotet und diese dann in einen Drahtzaun o.ä. eingehängt, siehe Bild. Das Ganze dann straff ziehen und den Schrauber (in die richtige Richtung) starten. Zwischendurch immer wieder stoppen und etwas lose lassen damit sich die Ösen an den Karabinern drehen können. Die Einzeldrähte entspannen sich dabei.

Ansicht von oben

Zumindest an einem Ende der Drähte muss immer irgendein Bauteil angebaut werden welches den elektrisch leitenden Kontakt zu den anderen Elementen der Antenne herstellt. Sofern das ein Kabelschuh, eine Öse oder ein Bananenstecker ist muss gelötet werden, von Quetschverbindungen halte ich nichts. Hierfür wird an einem Ende ein ca. 2 cm langes Stück abisoliert. Danach werden die Einzeldrähte der Litze sortiert indem man die vier Kupferdrähte (sie sind dünner und weicher)  rechtwinklig herausbiegt.

die vier Kupferdrähte wurden herausgebogen


Anschließend werden sie um die drei Stahldrähte gewickelt und verzinnt. Die überstehenden Stahldrähte werden abgeknipst. Danach kann man - je nach Art des Speisepunkts - einen Bananenstecker, eine Ringöse oder einen Kabelschuh dort anlöten.

fertig zum Verzinnen

Am anderen Ende des Drahtes muss etwas befestigt werden was sowohl das Abspannen oder Aufhängen als auch das einfache Verlängern oder Verkürzen des Drahtes ermöglicht. Hierfür benutze ich die zwei abgebildeten Bauteile. Die beiden runden Dinger nennen sich Kordelstopper. Der rote markiert immer den Strahler, der schwarze das Gegengewicht. Das flache Teil mit den drei Löchern nennt sich Leinenspanner.

Kordelstopper und Zeltleinenspanner

In diesem Bild sieht man das fertige Drahtende. Der Draht wird wie folgt durchgefädelt: zuerst durch den Kordelstopper, dann durch das erste Loch des Spanners, dann durch dessen Mittelloch, dann wieder zurück durch das erste Loch und schließlich wieder zurück durch das zweite Loch des Kordelstoppers. Kleine Kabelbinder fixieren das ganze dann endgültig. Auf diese Weise lässt sich die Antenne auch sehr gut abstimmen: einfach die umgeschlagenen Drahtenden hin und her schieben und dabei den Resonanzpunkt bzw. das SWR beobachten.

fertiges Endstück